Worüber dürfen Erzieher eigentlich reden?
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Das Internet platzt bald vor lauter Foren zu allen möglichen Themen. Selbstverständlich gibt es auch diverse Foren, in denen sich Erzieher zu pädagogischen Maßnahmen, der Ausbildung, Fragen zur Aufsichtspflicht oder arbeitsrechtlichen Problemen austauschen können.

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Aber: darf der Erzieher da eigentlich alles erzählen?

Erzieher finden meist in ihren Arbeitsverträgen eine Verschwiegenheitsklausel, die sich auf betriebliche Interna, insbesondere Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse bezieht. Danach dürfen Erzieher also Dritten gegenüber keine betrieblichen Interna ausplaudern, die nicht sowieso allgemein bekannt sind.

Daneben sollten Erzieher aber auch auf das Datengeheimnis gem. § 5 BDSG verpflichtet werden, denn jeder Erzieher erhebt, verarbeitet, speichert und nutzt personenbezogene Daten in seiner Tätigkeit – sei es das Ausfüllen des Sprachlerntagebuchs oder das Fotografieren auf dem Waldausflug. Das Datengeheimnis bedeutet, dass es den Beschäftigten untersagt ist, personenbezogene Daten unbefugt zu erheben, zu verarbeiten oder zu nutzen.

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Beide führen beim Austausch im Internet, aber auch im echten Leben zu Einschränkungen.

Denn hat der Erzieher arbeitsrechtliche Fragen, kann dies betriebliche Interna berühren – möchte er wissen, ob man in einer bestimmten, von ihm geschilderten Situation mit Kindern so oder anders reagieren sollte, kann dies das Datengeheimnis berühren.

Was sollte also beachtet werden?

Nennen Sie keine Namen, veröffentlichen Sie keine Bilder! Das ist die Grundregel.

Beschreiben Sie Situationen allgemein und losgelöst von Ihrem speziellen Fall.

Sorgen Sie dafür, dass weder der Träger, noch das Kind oder seine Familie erkennbar sind – auch mit Spitznamen kann mancher noch was anfangen, weil es genau die Spitznamen sind, die auch in der Kita genutzt werden!

Nutzen Sie selbst ein Pseudonym im Forum, denn sonst lässt sich doch wieder rückermitteln, um wen und was es geht. Schließlich stellen heute viele Träger ihre Mitarbeiter in der Rubrik Team den Interessenten vor.

Fazit:

Klar dürfen Erzieher die Chancen des Internets für sich nutzen. Man kann sich eben mit viel mehr Gleichgesinnten fachlich austauschen, was in vielen Situationen sehr hilfreich ist.

Aber sobald Kinder, deren Familien, Kollegen oder der Träger erkennbar werden (und sei es nur durch Kumulation verschiedener Beiträge des Erziehers), wird es ganz schnell ganz gefährlich!

Erzieher tun also gut daran, tatsächlich vor jeder Veröffentlichung nochmal zu überlegen, ob ihr Beitrag wirklich keine Rückschlüsse zulässt!

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von Rechtsanwältin Nele Trenner

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Erzieher und der Austausch in Internetforen
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