Eltern – Sohn – Kampftag, „Aufleveln“ in Brettspielen und mangelnde Praxis in der Erzieher*innenausbildung – über das und viele andere Themen haben wir mit den Machern des „Praktisch Pädagogisch“ – Podcasts gesprochen, denn Kämpfen heißt nicht gleich Gewalt und Elternabende können auch zuhause stattfinden. #prakpaed

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Gesamtlänge 65:06 Minuten. Oder hier im Soundcloud-Player:

Aus der Folge:

Wir waren diese Woche im Gespräch mit Jens und Dirk, den Machern des „Praktisch Pädagogisch“ Podcasts. #prakpaed (00:26)

Dirk Fiebelkorn und Jens Eichert – wer seid ihr? Eine kurze Vorstellung… (00:55)

Dirk – zweifacher Familienvater und Erzieher im AWO Hort mit halber Stelle. Sein Kompetenzbereich liegt in der Jungen*pädagogik, für welche er Referent und Ansprechpartner der AWO in Stormarn ist. Außerdem leitet er freiberuflich Elternabende, Schulentwicklungstage, Lehrerfortbildungen an der Uni und ist u.a. aktiv in der Landesarbeitsgemeinschaft „Jungenarbeit“ in Schleswig – Holstein. (01:17)

Jens – angehender Erzieher im ersten Ausbildungsjahr. Ebenfalls zweifacher Familienvater und gelernter Maler und Lackierer. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben – wie ging es dann weiter? (02:40)

Für Jens stellte sich die Frage: In welche Richtung möchte ich gehen? Wo kann ich meine sozialen Fähigkeiten einsetzen? Was führte letztendlich zu dem Entschluss, eine Erzieherausbildung anzufangen? (03:02)

Wie organisiert ihr euren Podcast „Praktisch Pädagogisch“? Welche Themen kommen auf den Tisch und wie bereitet ihr euch vor? (04:41)

Über die Theoretische und strukturelle Herangehensweise an Thematiken. (05:10)

> Lesen Sie, was andere über uns sagen! <

Wichtig ist aber: Nicht nur Informationsvermittlung! Es soll ein Feierabendpodcast sein, pünktlich zum Wochenende erscheint er immer freitags. Die Zielgruppe soll nicht nur Fachleute betreffen, sondern auch Eltern sowie generell alle Menschen, die sich mit Themen rund um Pädagogik beschäftigen. (05:50)

Jens, in welche Richtung schlägt es dich nach der Ausbildung? (07:31)

Wie kann Abwechslung im Erzieherjob funktionieren? (08:09)

Über positiveres Denken, Ausleben der Stärken, Erfahrungsweitergabe und Horizonterweiterung nach Jens Berufswechsel… (09:30)

Ausbildung und Familie – trotz schlechter bzw. kaum existenter Ausbildungsfinanzierung machbar? (10:20)

Habt ihr neben dem Podcast noch weitere gemeinsame Projekte? (15:02)

Was haben Brettspiele mit Jungenpädagogik zu tun? (16:00)

Uno, Mensch ärgere dich nicht, Mau Mau – doch neben den klassischen Brettspielen gibt es noch so viel mehr! (16:12)

Beispielsweise „Aufleveln“ und personalisierende Rollenspiele. (16:25)

Spricht das eher Jungen als Mädchen an? Wenn ja, aus welchen Gründen? (16:58)

Ein weiterer Schwerpunkt Dirks Arbeit liegt in der Gewaltprävention. Warum sollten besonders Jungen angesprochen werden? (18:09)

Gibt es einen Unterschied zwischen Jungen – und Mädchenpädagogik? Natürlich gibt es Schnittmengen, doch bestehen zumindest zeitweise verschiedene Bedürfnisse, auf welche auf unterschiedliche Art eingegangen werden muss… (19:30)

Wie kann in Schulen besser mit Jungen umgegangen werden? Über die vielen Fehlinterpretationen… (20:14)

Pädagogisch bleiben und Provokationen standhalten – was ist damit gemeint? (22:05)

Werden Kinder und vor allem Jungen zunehmend aggressiver und respektloser? (22:57)

Über die Unterschiede zwischen Kitas und Schulen in der Großstadt und auf dem Land. (23:18)

„Sich nicht die Wurst vom Brot nehmen lassen!“ – es fehlt insgesamt an Fachkräften, die als Pädagog*innen mit Problemsituationen umgehen können. (24:22)

„Ruhe im Karton!“ – das gilt heute nicht mehr. Vielmehr geht es um die Ursache des Problems und dessen Lösung. (24:37)

Wer hat trotz schlechter Bezahlung Lust auf den Job? (25:37)

Über das andere Schulsystem in Dänemark und den Unterschied zu deutschen Schulen. Das Soziale kommt zu kurz! (25:53)

Eine angemessene Würdigung der Erzieher*innentätigkeit auch in finanzieller Hinsicht ist enorm wichtig, wenn schon die Ausbildung ohne Bezahlung zu stemmen ist. Es sollte normal sein, für Wertevermittlung ausreichend bezahlt zu werden. (26:33)

Geldnot belastet zudem die Arbeitsqualität. (27:08)

Dirk – sind deine Seminare eher auf Erzieher*innen ausgerichtet oder auf Kinder? (28:01)

Das Angebot und die Themenauswahl wird individuell angepasst an die buchende Einrichtung, Kita oder Schule. (28:25)

Nachhaltigkeit und Verständnis ist unheimlich wichtig. Noch Wochen später holt Dirk sich Feedback ein. (29:22)

In den Seminaren ist ihm ein sehr konkreter Ansatz mit hypothetischen Fallbesprechungen wichtig. (29:34)

Die wenigsten lernen theoretisch und strukturiert nach dem Lehrbuch. Etwa ¾ lernen über die Herangehensweise anderer, wie sie Probleme lösen. Dirk ist wichtig zu vermitteln, welche Haltung, Ansichten und Lösungsansätze er hat. Wenn nicht alle übereinstimmen, lassen sich andere Möglichkeiten und Lösungen finden. (30:00)

Das Problem ist: Die Erzieher*innenausbildung hat meist nur kurze Praxisphasen, welche selten ermöglichen, sich von bereits arbeitenden Erzieher*innen Lösungsansätze anzuschauen. (31:12)

Man lernt nie aus… (31:35)

Wie wichtig es ist, sich für die Kinder genügend Zeit zu nehmen. In der Schule ist das kaum noch möglich, zu viel Wissensvermittlung und Druck auf zu viele Kinder und zu wenig Lehrkräfte. (33:01)

Als Lernender zum Lehrenden – Theorie und Praxis mischt sich für Jens in der Ausbildung. Doch das ist eher selten. (34:26)

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Es fehlt die Praxiserfahrung der Lehrenden! Zwischen reiner Pädagogiktheorie und Praxis gibt es massive Differenzen. (34:40)

Manche Bundesländer bieten eine berufsbegleitenden Ausbildung an. Dadurch merkt man auch viel schneller, ob der Beruf den eigenen Vorstellungen entspricht oder nicht. (36:55)

Dennoch bildet die Theorie das Fundament. (38:42)

Wie habt ihr euch beide kennengelernt? (40:55)

Ein Elternabend über Jungenpädagogik – was kann man sich darunter vorstellen? (41:45)

Über „Standardeltelternabende“, Vater/Mutter – Sohn Kampftag und Gewaltprävention an Grundschulen. (41:45)

Kämpfen muss nicht Gewalt sein, eher im Gegenteil. Kämpft man richtig, wirkt dies eher gewaltpräventiv. (42:11)

Machtkämpfe, Kriegsspiele oder andere Fragen – Eltern können selbst die Themen wählen, nach denen Dirk die Elternabende ausrichtet. (42:50)

Der erste Schritt: Interesse. (43:30)

Wann ist der richtige Zeitpunkt, zu dem ich mich als Elternteil entscheide, eine solche Infoveranstaltung zu besuchen? (44:18)

Über die verschiedenen Arten der Veranstaltungen; kostenlos in der Schule oder privat organisiert. (44:41)

Private Elternabende zuhause im vertrauten Freundeskreis – die Fragen kommen aus allen Bereichen. Leider kommt das Interesse meist erst, wenn die Problematik bereits besteht, es zur Gewaltanwendung kam oder das Kind unerreichbar scheint. (45:03)

Daher der Tipp: Je früher, desto besser. (45:46)

Gewalt und Kämpfe – zwei verschiedene Paar Schuhe. (48:05)

Absolutes Waffenverbot – kein Stock darf eine Pistole sein oder ein Schwert. Aber sollte man da nicht genauer hinschauen? (48:22)

Wann findet wirklich Gewalt statt? Und wann sind es lediglich Spiele mit abgesprochenen Rollenverteilungen? (49:94)

Verbote lösen keine Probleme. (49:37)

„Als Pazifist trage ich die Verantwortung, Gewalt zu verhindern.“ Wenn Kinder kämpfen wollen, sieht Dirk keinen rechtfertigenden Grund, ihnen das zu verwehren. Vielmehr nimmt er die pädagogische Pflicht wahr, Kindern das Kämpfen richtig beizubringen. Keine Tricks sondern Empathie, Respekt und Verständnis füreinander. Menschen und vor allem Kinder müssen sich gegenseitig spüren – das hat nichts mit Gewalt zu tun. (49:48)

Kampfesspiele – welches Konzept steckt dahinter? (51:15)

Was ist Gewalt? Ob körperlich oder verbal – wenn der Gegenüber nicht einverstanden ist, ist die Grenze überschritten. (53:03)

Dirk und Jens nehmen wahr, dass verbale Gewalt zunimmt. Warum kann das manchmal verletzender sein als ein Tritt gegen das Schienbein? (54:49)

Wenn Kinder verbal respektlos werden, ist das ein „No-go“. Aber damit kann man das Kind nicht alleine lassen, eine Bestrafung ist keine Unterstützung des Kindes. Dann sind Erzieher*innen und Lehrkräfte gefordert. (55:31)

Gewaltfreie Kommunikation ist ein großer Bestandteil der Ausbildung. Was löse ich mit meinen Worten aus? (57:38)

Kommunikation als wunderbares Werkzeug. (58:06)

Was stellt ihr euch beide für eure und die Zukunft vom Podcast vor? (60:43)

Als mp3-Datei für unterwegs speichern – siehe „Download“ oben beim Player!

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Music Credits: http://www.freesfx.co.uk/

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Kitarechtler Plauderei mit dem „Praktisch Pädagogisch“-Podcast und den Machern dahinter, Jens Eichert und Dirk Fiebelkorn